18. März 2024

11 Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit in deinem Unternehmen

Viele Unternehmen haben sich zum Ziel gesetzt, ihr Unternehmen jetzt und für die Zukunft nachhaltiger zu gestalten. Wir haben unsere 11 besten Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit in deinem Unternehmen hier zusammengefasst:  

Maßnahme 1: Die Wesentlichkeitsanalyse

Es gibt ungefähr so viele Nachhaltigkeitsmaßnahmen, wie Wege nach Rom führen. Es ist nicht im besten Interesse deines Unternehmens, alles gleichzeitig zu wollen – und schlicht auch nicht möglich.  

Im besten Fall möchtest du mit deinen Maßnahmen verschiedene Aspekte aus umweltbezogenen und sozialen Themenbereichen deines Geschäfts verbessern und dabei auch wirtschaftliche Faktoren mitdenken. Ein hervorragendes Instrument dafür ist die Wesentlichkeitsanalyse. Hier identifizierst du, welche Nachhaltigkeitsthemen für dein Geschäft, aber auch für deine Stakeholder am wichtigsten sind. So kannst du auch deine Maßnahmen priorisieren und gebündelt steuern. Die Wesentlichkeitsanalyse ist ein unerlässlicher Bestandteil des Berichts nach CSRD, lohnt sich aber auch für Unternehmen, die nicht der Berichtspflicht für einen Nachhaltigkeitsbericht unterliegen.  

Maßnahme 2: Unternehmenskultur

Nachhaltigkeit macht am meisten Sinn, wenn sie vom ganzen Unternehmen getragen wird. Dazu gehört, dass eine Nachhaltigkeitsstrategie nicht an den Mitarbeitenden vorbei eingeführt werden sollte. Beziehe deine Mitarbeitenden und auch andere Stakeholder aktiv mit ein: Mithilfe von Befragungen, Interviews oder auch Arbeitsgruppen.  

Ist eine Nachhaltigkeitsstrategie entstanden, sollte sie fest in der bisherigen Unternehmensstrategie verankert und transparent kommuniziert werden. So sollten Ziele gesetzt werden, die mit Zahlen zu belegen sind, kontrolliert und überprüft werden können. Außerdem kann Nachhaltigkeit auch Einzug in Mission, Vision und Werte eines Unternehmens halten.  

Maßnahme 3: Mobilitätsverhalten

Vom täglichen Pendeln bis hin zu Geschäftsreisen, das Nachhaltigkeitspotenzial im Bereich Mobilität ist groß. Gerade wenn deine Mitarbeitenden viel unterwegs sind, gibt es viele Möglichkeiten nachhaltiger zu handeln: Kürzere Flugstrecken und Inlandsflüge können durch Bahnfahrten ersetzt werden – oder auch durch Fahrgemeinschaften.

Auch beim Pendeln können einige Impulse gesetzt werden. Zum Beispiel durch die Beteiligung oder die komplette Übernahme von Monatstickets für den öffentlichen Nahverkehr. Sind Fahrzeugflotten ein nötiger Teil des Geschäftsbetriebes, können sie zumindest teilweise auf Elektrofahrzeuge umgestellt werden. Mitarbeitende, die keinen weiten Weg ins Büro haben, können motiviert werden, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Arbeit zu kommen. Dazu könnte dein Unternehmen beispielsweise diverse Dienste für Leihfahrräder subventionieren. Für die ganz Sportlichen: Menschen, die sportlich Rad fahren oder etwa zur Arbeit joggen wollen, sind sehr dankbar für eine Dusche am Arbeitsplatz.

Maßnahme 4: Nachhaltigkeit in Einkauf und Produktion

Gerade für produzierende Unternehmen ist dieser Teil eine hervorragende Chance, um mehr Nachhaltigkeit in den Unternehmensalltag zu bringen, denn er kann viel in allen Teilbereichen bewirken: umweltbezogen, sozial und auch wirtschaftlich.  

Zum Anfang können Unternehmen einen Blick auf die eigenen Lieferketten werfen: Werden Umweltrichtlinien in allen Standorten und auch bei Zuliefernden und Partnern eingehalten? Werden überall Menschenrechte und Arbeitsschutz eingehalten? Bei der Überprüfung helfen Zertifikate oder Siegel für Produkte.  

Auch beim Einkauf sollte auf diese Standards geachtet werden – egal ob beim Zukauf für die Produktion durch Zulieferer oder anderwärtige Einkäufe, etwa für das eigene Büro. Das betrifft zum Beispiel den Kaffee mit einem Fairtrade Siegel, Putzmittel, die ökologisch abbaubar sind oder Papier aus recycelten Rohstoffen.  

Maßnahme 5: Digitales Arbeiten

Seit Covid hat sich die Arbeitswelt massiv verändert, die Mehrheit der Unternehmen hat sich geöffnet für flexiblere Modelle wie remote, Homeoffice oder hybrides Arbeiten. Das kommt nicht nur vielen, vor allem jüngeren, Fachkräften sehr entgegen, sondern auch der Umwelt.  

Durch die fortschreitende Digitalisierung werden Papierberge überflüssig: weniger Ausdrucken, weniger Faxe, weniger Aktenschränke, weniger Unterlagen. Flexibles, ortsunabhängiges Arbeiten spart zum einen den Weg zur Arbeit, hilft aber auch dabei, Büros schlank zu halten. Mit einem durchgeplanten System werden weniger Arbeitsplätze und weniger Bürofläche für analoge Akten benötigt. Das spart nicht nur Emissionen, sondern auch Kosten für das eigene Unternehmen.  

Maßnahme 6: Fördern von Familienfreundlichkeit und Jugendarbeit

Hier kannst du als Unternehmen gleich mehrfach Gutes tun. Viele gut ausgebildete Menschen suchen ihren Arbeitsplatz nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf aus. Auch für bestehende Mitarbeitende ist Familienfreundlichkeit ein entscheidendes Kriterium für Zufriedenheit.  

Familienfreundliche Unternehmen wirken auf mehreren Ebenen nachhaltig: im Zuge ihrer sozialen Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und ihren Mitarbeitenden, als auch wirtschaftlich. Denn gerade in Zeiten von Fachkräftemangel sind Mitarbeiterbindung und Mitarbeiterzufriedenheit wichtige Stellschrauben für den unternehmerischen Erfolg.  

Viele Unternehmen gehen noch ein Schritt weiter und fördern regionale Jugendarbeit oder gemeinnützige Vereine außerhalb der eigenen Belegschaft. Etwa durch Sponsoring, die Förderung von Ehrenämtern oder soziale Tage für Freiwillige.  

Maßnahme 7: Betrieblicher Gesundheitsschutz

Zusammengefasst unter “Betrieblichem Gesundheitsmanagement”, kurz BGM, sind das alle Maßnahmen, die ein Unternehmen zur Förderung der Gesundheit der Mitarbeitenden unternimmt. Dazu zählen unter anderem Ergonomie am Arbeitsplatz, Risikoanalysen zur Identifizierung von Gefahren am Arbeitsplatz, Schulungen und Weiterbildungen des Teams zur Arbeitssicherheit und natürlich die Einhaltung von Sicherheitsmaßnahmen und Arbeitsschutz und das Bereitstellen von Schutzausrüstung. Darüber hinaus geht es auch um den Erhalt der psychischen Gesundheit. Hier spielen eine offene Kommunikationskultur, Werte sowie gegenseitiger Respekt und Wertschätzung eine große Rolle.  

Maßnahme 8: Nachhaltigkeit kommunizieren

Wer nachhaltig arbeitet, sollte darüber sprechen. Doch Authentizität und transparente Kommunikation sollten auf jeden Fall im Vordergrund stehen, um nicht Gefahr zu laufen, mit Greenwashing assoziiert zu werden.  

Auch wer nicht zu einem Nachhaltigkeitsbericht verpflichtet ist, kann sich an den Regularien und Anforderungen orientieren und über seine Maßnahmen berichten. Storytelling kann hier helfen, um die eigenen Bestrebungen und natürlich auch die Erfolge der Öffentlichkeit mitzuteilen.  

Beteilige Mitarbeitende, Partner:innen und andere Interessengruppen an deiner Nachhaltigkeitskommunikation, etwa durch Workshops, Vorträge, Umfragen – oder schließe dich mit anderen Nachhaltigkeitsorganisationen zusammen und erarbeitet zusammen neue Projekte und Standards.  

Maßnahme 9 Umgang mit Gefahrstoffen

Die Vermeidung oder Reduzierung von Gefahrstoffen ist ein hohes Ziel, aber für manche Unternehmen ist die komplette Substitution von Gefahrstoffen nicht realistisch.  

Sollten also nicht alle Stoffe durch weniger toxische und nachhaltige Austauschprodukte ersetzt werden können, können trotzdem einige Maßnahmen umgesetzt werden. 

Zunächst sollten Unternehmen dafür sorgen, dass die gesetzlichen Vorgaben zum Umgang mit den spezifischen Gefahrstoffen eingehalten werden, dazu gehören auch die richtige Lagerung und Handhabung und Schulungen für die Mitarbeitenden, die mit diesen Stoffen in Kontakt kommen.  

Regelmäßige Gefährdungsanalysen helfen, Risiken zu erkennen und eliminieren zu können. So können auch Potenziale erkannt werden: etwa durch Automatisierung, um Kontakt von Mensch, Gefahrstoff und Umwelt zu minimieren und um kontinuierliche Verbesserungen anzustreben. 

Maßnahme 10: Emissionen und Energieeffizienz

Auch beim Thema Emission und Energieeffizienz sind Analysen und Audits ein entscheidender Punkt, um den eigenen Verbrauch und die Einsparpotentiale zu erkennen.  

Für viele Unternehmen der nächste Schritt: auf erneuerbare Energien aus Solar-, Wind- oder Wasserkraft umsteigen.  

Ein großes Einsparpotential bieten auch die Geschäftsgebäude selbst, denn sowohl die Energieeffizienz der Gebäude selbst, als auch die Effizienz von Beleuchtung, Klimaanlagen, Heizungssystemen, als auch die der benötigten Maschinen und Geräte können optimiert werden. Arbeitsplätze selbst bieten auch Einsparungspotentiale: durch das Konzept des papierlosen Büros oder Schulungen von Mitarbeitern zu Einsparungspotentialen bei energiesparenden Geräten oder auch Ausschalten von Geräten bei Nichtgebrauch.  

Maßnahmen zur Prozessoptimierung können ebenfalls geplant werden: Neben der Optimierung der Arbeitsabläufe, und energiesparender Geräte und Technologien kann auch Wärmerückgewinnung eingesetzt werden. 

Maßnahme 11: Nachhaltigkeitszertifizierungen

Nachhaltigkeitszertifizierungen sind auf zwei Arten ein wirksames Mittel, um die Nachhaltigkeit deines Unternehmens auf die nächste Stufe zu heben – denn Zertifizierungen standardisieren die Nachhaltigkeitsbestrebungen eines Unternehmens. Nach innen helfen Sie Risiken zu erkennen und Optimierungspotenziale auszuschöpfen. Richtlinien der jeweiligen Zertifizierungen geben mit ihren Anforderungen Orientierung, externe Überprüfungen und die jeweiligen Re-Zertifizierungen helfen dabei, Nachhaltigkeit über langen Zeitraum als Priorität zu erachten und in die Firmenkultur zu integrieren. Darüber hinaus schafft die Standardisierung auch Vergleichbarkeit nach außen: Ein Zertifikat ist ein glaubhaftes Gütesiegel, geprüft durch externe Organisationen. Das schafft Vertrauen bei Kunden und Stakeholdern.  

 

Es gibt eine ganze Reihe verschiedener Nachhaltigkeitszertifizierungen: 

B Corp ist eine Nachhaltigkeitszertifizierung für Unternehmen – B steht für Benefit. Grundlage sind 200 Fragen zur Unternehmensstruktur und nachhaltigen Engagement. Die Zertifizierung wird seit 2006 von der amerikanischen Non-profit-Organisation B-Lab vergeben.  

Der Nachhaltigkeitsbericht ist der Geschäftsbericht für die Nachhaltigkeit. Für einige, größere Unternehmen ist er bereits verpflichtend, in den nächsten Jahren werden aber aufgrund der gesetzlichen Neuerungen sukzessive mehr Unternehmen betroffen sein. Seit Anfang 2024 gilt die CSRD “Corporate Sustainability Reporting Directive”. Eine Richtlinie mit dem Ziel Nachhaltigkeitskommunikation transparenter zu machen und Finanzströme in Richtung nachhaltiges Wirtschaften zu lenken, diese zu fördern und weiter wettbewerbsfähig zu machen.  

Es gibt auch einige ISO-Normen zur Nachhaltigkeit, etwa die ISO 14001. Sie ist die internationale Norm für Umweltmanagementsystem (UMS). Die Norm soll Unternehmen dabei unterstützen, die Umweltauswirkungen zu reduzieren, das Umweltbewusstsein zu fördern und gesetzliche Vorschriften einzuhalten.  

Du möchtest mehr über Nachhaltigkeitszertifizierungen erfahren? Wirf einen Blick in unseren Beitrag im Compliance Glossary